Was will die FPÖ? Jetzt haben es wirklich alle verstanden

Es kommt nicht oft vor, dass Wahlkämpfer unverblümt sagen, was sie denken. Umso angenehmer, wenn das doch einmal passiert, und kurz die Wahrheit aufblitzt, hell und klar.

So sehr hat sich Heinz-Christian Strache in den vergangenen Jahren angestrengt, Nebel zu erzeugen. Aber nein, von Ausländerfeidlichkeit könne keine Rede sein, bloß weil man ein Herz für Inländer habe. Es gebe gute und böse Ausländer, brave und faule, das müsse man bitteschön auseinanderhalten, manche passen sich so brav an und essen so viel Schnitzel, dass man ihnen den Mustafa gar nicht mehr ansieht. Die würden eh nicht sofort ausgewiesen, sondern vorübergehend eh geduldet, insbesondere, wenn sie der FPÖ ihre Stimme geben. Das dürfen sie nämlich, sogar wenn sie Mustafa heißen, schließlich kann Mustafa manchmal ganz ein Lieber sein.

Gegen „Ausländerkinder“ habe man prinzipiell ohnehin nix, am liebsten habe man sie im Ausland, dort seien sie mitunter gar herzig anzuschauen, denn dort gehörten sie, wie ihr Name sagt, halt hin. Sogar in einer Wiener Schule sei ein kleiner Mustafa per se noch kein Drama, er dürfe sich halt nicht allzu nah bei den blonden Kindern aufhalten und sie so am Lernen hindern. In einem kleinen Extrazimmer mit extragroßem Kruzufix dürfe er, gemeinsam mit den anderen Mustafas, jedoch unterrichtet werden, ja: das müsse er sogar! Allein schon um dessen bildungsfeindliche, islamistische, integrationsunwillige Eltern zu quälen! So tolerant und aufklärerisch sind wir! Was an alledem, soll, bitteschön, ausländerfeindlich sein?

Auch die FPÖ-Erklärer mühten sich jahrelang mit Interpretationen ab. Man könne die zehn oder zwölf oder fünfzehn Prozent der Österreicher, die FPÖ wählen, nicht kollektiv zu dumpfen Ausländerhassern abstempeln. Da müsse man gefälligst differenzieren, Ursachenforschung betreiben, es gebe schließlich berechtigten Unmut und Sorgen, die man ernst nehmen müsse; viele Mustafas seien halt tatsächlich unangenehm, das werde man ja wohl noch sagen dürfen, ohne dass gleich die Faschismuskeule geschwungen werde. Die FPÖ-Wähler zeigten am Ende doch nur real existierende gesellschaftliche Probleme auf, und wollen, dass sie gelöst werden, oder?

Dank der FPÖ-Wahlcomics wissen wir jetzt: Wir haben viel zu viel nachgedacht und viel zu lang heruminterpretiert. Es ist alles viel einfacher. Heinz-Christian Strache schickt den blonden, blauäugigen Buben zum Mustafa, damit der dem Mustafa eine aufbrennt. Leiwand, voll aufs Nudelaug. Für jeden verletzten Mustafa gibt der Parteichef eine Runde aus. Drei Bier für die Großen, ein paar Würschtl für die kleinen.

„What you see ist what you get“, könnte man einen FPÖ-Wähler warnen, aber der weiß das vermutlich ohnehin längst genau. FPÖ wählt, wer es leiwand findet, wenn der Mustafa eine in die Goschn kriegt. So simpel, so banal. Noch Fragen?

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