Alle reden vom ORF. Aber was zeigt er uns eigentlich den ganzen Tag? Ein Sofa, drei Programme, ein Fernsehtag.

Protokoll: Sibylle Hamann

7.20. Der Tag beginnt mit einer Krise. Denn morgens fernsehen bedeutet, aufs Radiohören zu verzichten. Raimund Löw aus Brüssel wird mitten im Satz abgewürgt. Das Morgenjournal abgedreht. Stattdessen: Buhu, das Schlossgespenst ist da. Ein Dutzend Halbwüchsige hüpfen verkleidet in einer lieblos gezimmerten Pappkulisse auf und ab, am Klavier begleitet von einem alternden Mann mit schulterlangem, schütterem, blondiertem Haar. Er trägt Lederjacke, und würde man ihm am Spielplatz begegnen, man würde sofort die Polizei anrufen. Es handelt sich um „Freddy und seine Freunde“.

Anschließend Olivia, eine computeranimierte Nervensäge mit Piepsstimme, die mit einem Weltraumbären „Pfannkuchen“ backt. Eine Folter in türkis und rosa. Hätte ich nicht beim Wetterpanorama Zuflucht gefunden, ich hätte diese Recherche  schon nach einer halben Stunde abgebrochen.

So aber wird alles gut. Der Patscherkofel meldet auf ORF 2 minus sieben Grad und 45 cm Schnee. Die Zugspitze auf ORF 3: minus 2 Grad, windstill. Aufzugsmusik dazu. Täuscht der Eindruck, oder hat die Tonfolge auf dem Zweiersender tatächlich einen volkstümlicheren Einschlag als auf dem Dreier? Und nach welchen Kriterien werden die Berge auf die beiden Sender aufgeteilt?

9.30, ORF 2: Jetzt wird’s ernst. Soko Kitzbühel. Tommy Kurz ist tot. Seine Frau Gabi hatte etwas mit Stefan Falk, beide waren im Schützenverein St. Johann. Stefan Falk, Tommy Kurz, Paul Stix: Namen wie aus dem Songcontest, ausschauen tun sie allesamt wie Robert Rafreider. Der Tote war Schlagersänger. Außerdem war er Feinschmecker. Ein Mensch, der so einen Weinkeller hat, kann nicht ganz schlecht sein!, sagt der Koch, der gleichzeitig eine Art Kommissar ist. Er löst den Fall.

Bei der „Soko Donau“, gleich anschließend, ist der Delikatassenkönig Zentschütz tot. Er führte ein Doppelleben. Es geht um Beluga-Kaviar. Aber der ist total versalzen. Womöglich ist es gar kein echter Beluga? Wenn ich ehrlich bin, ich mach nicht viel aus Kaviar, sagt die Kommissarin. Schau, da ist der Plachutta, da gibt’s den besten Tafelspitz von Wien. Mit Kren.

Heißt das, was vormittags im Fernsehen läuft, eigentlich immer noch „Schichtarbeiterprogramm“? Ich hatte mit einem Russisch-Sprachkurs gerechnet, oder zumindest mit Schigymnastik. Aber als Alternative zu österreichischen Krimis gibt es nur noch mehr österreichische Krimis. 11.00, ORF 1: Schnell ermittelt. Herr Wu, ein Geschäftsmann, ist ein Paradebeispiel gelungener Integration. Aber seine Nichte wurde von Schleppern entführt. Wegen der Einkindpolitik in China hätte sie gar nicht geboren werden dürfen. Jetzt ist sie in der Herbststraße im Hinterzimmer eines Wirtshauses eingesperrt. Ja, schon wieder ein Wirtshaus.

Ich hab schon so einen Hunger, sagt Ursula Strauss, und bestellt Garnelen. Dann geht sie, den Garnelenschwanz in der Hand, in die Pathologie. Auch der Tote hat zwei Stunden vor seinen Tod noch gegessen. Da, im Becher, ist sein Mageninhalt, sagt der Pathologe. Die Kommissarin leckt sich die Finger ab. Aber er kommt nicht mit. Er muss noch den Bericht fertigschreiben.

„Ich fahr zum Wu, und was machst du?“ – „Ich fahr nach Haus und geb a Ruh“: Oja, das ist ein sehr schönes Drehbuch.

12.00, ORF 2: Sturm der Liebe. Das einzige, was wir gemeinsam haben, ist ein Vater, von dem ich nichts wissen will, sagt die Frau mit den blonden langen Haaren. Ein Vollmond. Ein Halbbruder. Noch einer, der ausschaut wie Roman Rafreider. Wie wärs mit Mittgessen? – Keine Chance, mein Terminkalender, seufzt sie. Das ist der Unterschied.

Je öfter man an diesem Tag noch zwischen den amerikanischen Sitcoms (ORF1) und den den deutschen Soaps (ORF2) hin und her schaltet, desto spürbarer wird auch der Graben zwischen den Kontinenten. Die Deutschen arbeiten sich an Pflichtgefühlen, ungeklärten Familienverhältnissen und unerfüllten Sehnsüchten ab. Während man einander auf den amerikanischen Sofas einfach Zungen ins Ohr steckt, wenn man verknallt ist, bzw Teller an die Wand wirft, wenn man eifersüchtig ist.

Um 13.00 (ORF 1) plötzlich die Biene Maja. Dieselbe wie damals vor 35 Jahren? Ja. Um diese Zeit?? Ja, wir leben im Land der Halbtagsschulen. Offenbar hat noch niemand im ORF drüber nachgedacht, das Programmschema dem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen anzupassen.

Also ORF 2. Billa wirbt eben für rote Paprika. Das lässt ahnen, dass es mit dem Kochen ernst wird. Andi & Alex haben a Gaudi. Kochen heit ganz was Xundes. Einen Sauerkrautstrudel  mit Majoran-Zweibelsauce, und einen Zimtschneckenkuchen. Der Hefeteig, schauts euch den an, härrrlich! Die Triebkraft von der Hefe, die kennt ma auch vom Andi, erzählt der Alex, aber dort hat die nix mit Kochen zu tun. Und der James Cook, erzählt der Andi, hat auf seinen Expeditionen immer a Sauerkrautfassl mitgenommen. Milchsäurebakrtierien sollt ma immer dabeihaben. Gut für die Darmflora. Gut fürs Immunsystem. Gut für alles. Härrlich! Und die Zwiebelsauce erst. Alles was zammpasst, wachst zamm. Ich bin hin und weg. Danke, Omi!

13.40, ORF 2: Wege zum Glück. Dort heißen die Menschen Sophie und Michael, Adam und Frederik, Konrad und Elsa. Nora von Weiden trägt lange blonde Haare und hohe Schuhe. Sie sitzt vor einem Haustor und weint. Offensichtlich sind wir wieder in Norddeutschland. Herr Grafenwald und seine Manufaktur sind pleite. Es geht um Porzellan. Im Arbeitszimmer steht ein Bücherwand und eine Marmorbüste. Man muss alles tun, um die Firma der Familie zu retten. Nein, es geht nicht bloß ums Geld. Sondern ums Lebenswerk. Nora hat den steinigen Weg gewählt. Hier, wo sie ständig mit ihrer Vergangenheit konfrontiert ist.

Einzelne Klaviertöne. Die blonde Frau sitzt vor den Kränen im Hamburger Hafen und lässt Sand durch ihre Finger rieseln. Richard, wir müssen reden. Ich brauche ein bisschen Abstand. Wenn ich etwas von Luisa gelernt hab, dann eins: Man darf niemals aufgeben. Gut, dass es in Freudental noch Dienstboten gibt. Die sitzen im Souterrain, polieren das Siberbesteck und sind warmherzig. Ich weiß nicht, wie ich das durchstehen soll. Ich auch nicht.

14.00, ORF1: Huch, da ist schon wieder Freddy am Klavier. Diesmal trägt er ein blauers Glitzerjackett, und es geht um Vampire. Flucht zu ORF III. Dort lässt sich Karl Hohenlohe durchs Uhrenmuseum führen. Er trägt Tweed und Schnürlsamt in Naturtönen (heißt das Mauve? Oder Schlamm?), die gebohnerten Parlettböden knarzen, und wir erfahren, dass die Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach eine gelernte Uhrmacherin war. Hohenlohe ist ein netter Mann mit gepflegter Neugier. Er erwähnt Katharina Schratt, den lieben Kaiser Franz Joseph, und die liebe Elfriede Ott. Eine Kuckucksuhr macht Kuckuck. Ja, wir müssen kritisch sein, sagt die Kunsthistorikerin.

Ich nicke kurz ein. Auf ORF 2 geht es immer noch darum, eine Firma zu retten. Dieselbe? Eine andere? Das Personal ist mir durcheinandergeraten. Schon wieder eine Nora, auch diese Nora ist traurig, aber diesmal ist es keine Porzellanfabrik, sondern eine Brauerei (Sturm der Liebe). Lass uns doch mal richtig schön essen gehen! – Nein, heute nicht. Ich wollte für die Familie kochen, auf Empfehlung meines Therapeuten. Während auf ORF 1  Menschen einander immer noch in Taxis begrapschen. Es hat sich nichts verändert seit dem Vormittag.

Zeit für eine Zeitreise. ORF 3 hat einen Club 2 von 1984 über Hexen herausgeholt. Ein Mann im Steieranzug führt auf der Couch Foltergeräte vor. Eine dreischwänzige Katze, eine Schandgeige, ein Richtschwert. Das war relativ schmerzlos, Verbrennen oder Rädern war bei Hexen gängiger. Ihm gegenüber sitzt eine „Häxe“, mit „ä“, die sich mit den Frauen des 15. Jahrhunderts solidarisch erklärt und jetzt fast nicht reden kann, weil mit das Folterwerkzeg den Atem nimmt.

Die Männer der Runde tragen Talibanbärte und/oder Hornbrillen, der Theologe heißt Willehad mit Vornamen. Die Frauen sehen aus wie die drei Engel für Charlie. Sie reden von den Geistern in alten gewachsenen Obstbäumen, vom der verschütteten medizinischen Wissen der Frauen, vom Penetrationszwang. Die Häxe raucht. Ich willen wissen, ob Sie Lust haben, Frauen sadistisch zu begegnen, wird gefragt. Das klingt alles so ungeprobt. So ungeschützt. Aber es ist 16.00, und ich bekomme Stress, weil auf ORF 2 Barbara Karlich beginnt.

Das ist schon wieder ein Ausrede gewesen, gell, Karl? blafft es forsch, und besser kann man kaum illustrieren, wie sehr sich die Geschlechterverhältnisse in 30 Jahren verändert haben. In die Schandgeige eingespannt ist Karl. Karl hat 186,3 Kilo. Kaum dass er eine Stunde am Computer sitzt, hat er schon wieder Lust auf eine Jause. Ständig wird man verführt. Man dreht das Fernsehen auf, und schon wieder isst jemand, klagt er. Da hat er, was den ORF betrifft, objektiv recht. Doch so einfach kommt er hier nicht durch. Ich setze mir ein Ziel und mache kleine Schritte, tadelt ihn die forsche Ingrid. Wenn man das will, dass schafft man es auch.

17.00 ORF 1: Die Simpsons. We are the performers you thought werde dead, singen sie. Sit back, relax and watch our review. Aber gern! Ithaka, Odysseus, das trojanische Pferd und Penelope. Fast ist der Weltreisende schon wieder zu Hause, da kickt ihn Zeus mit einem Fingerschnippen wieder aus der Bahn und schickt ihn zu Circe, und dann muss er noch durch Styx in den Hades. Erst in diesem Moment fällt mir auf, dass Homer Simpson Homer heißt. Homer!

Näher als in diesem Moment wird man klassischer BIlding nicht mehr kommen, an diesem Fernsehtag. Zumal sich Lisa Simpson auch noch in Jeanne d’Arc verwandelt. Sie wird mit Geräten gefoltert, die der Mann auf ORF III eben vorgeführt hat. Ich würde zur Erläuterung gern noch mal umschalten, aber die Kinder lassen mich nicht. Der Scheiterhaufen wird angezündet. In diesem Moment erschien Lancelot auf einem weißen Pferd und rettete sie, und sie wohnten hinfort, glücklich bis ans Ende ihrer Tage, in einem Raumschiff, sagt Mutter Marge. Gott sein Dank.

18.00 Uhr, ORF 2: Winterzeit. Gegen Haarausfall hilft Kopfmassage. Zartes Violett ist die Trendfarbe in der Dirndlmode, Crash-Optik, Seidenblumenapplikationen, ein bisschen lila Pelzverbrämung. Und, sehr wichtig, kleine Accessoires, farblich abgestimmt. Für mich ist das ein sehr interessantes Thema, sagt der Moderator. Ich schäle derweil, mit der Welt versöhnt, Karotten. Genau diesen sanft plätschernden Tonfall hätte ich mir in der Früh gewünscht.

Auch die TV-Werbung fängt plötzlich zu leben an. Es gibt Bier, Gewürzmischungen für Schweinsrollbraten, ein Mittel gegen zähen Hustenschleim, und eins für die Verdauung. Sarah Wiener schlürft auf ORF 3 Austern und geht barfuß über den bretonischen Strand. Derweil feiert bei Scrubs (ORF1) der Chefarzt seinen 65. Geburtstag, inmitten von Davidsternen und siebenarmige Leuchtern. Er ist kein Jude, aber die Hanukkah-Dekoration war im Sonderangebot. Dieser Witz ginge bei uns nicht. Und der Arzt wäre entweder Ärztekammerchef oder längst in Pension.

Um 19.30 dann die Kinderkrise. Nein, maulen nützt nichts. Auf ORF gibt es kein Pur Plus, kein Willi wills wissen, kein Logo. Die Biene Maja war schon zu Mittag dran, für wen auch immer; stattdessen gibt es jetzt nur Dominik Heinzl. Der besucht eine alte Frau mit einem zotteligen Hut, die gemeinsam mit der Tierecken-Tante von der Kronenzeitung und anderen alten Leuten an einer Bar Drinks zu sich nimmt. Das ist eine Party, Kinder. Sie wehren sich nicht dagegen, schlafen zu gehen.

20.15. Für den Hauptabend hatte ich mir „Die Verführerin Adele Spitzeder“ (ORF 2) vorgenommen. Seltsam, dass ich stattdessen bei kreuz&quer (auf ORF III) festklebe. In einem palästinensischen Dorf, wo eine alte Frau versucht, ihren verwitweten Sohn und ihre drei Enkelinnen im Gesamtpaket zu verheiraten. Damit sie auch Mayada, die 21jährige, endlich anbringt. Ob es mit dem Onkel zu tun hat, der sich im Schafstall erhängt hat, weil er sich in die Schwiegertochter verliebt hatte? Jeder im Dorf tuschelt darüber.

Nein, es liege daran, dass Mayada zu dünn sei, sagt die Oma. Mayada muss sich herausputzen Es kommt immer auf den ersten Eindruck an. Das letzte mal war sie zu schüchtern. Ich hab versucht zu sagen: Plaudert ein wenig, lacht. Die Kamera bleibt drauf, während die Alte mit rheumatischen Fingern die Teeblätter auseinanderklaubt. Mayada kratzt mit stummer Aggression die Essensreste aus dem Geschirr.  Ein Hahn kräht. Und plötzlich wird mir klar, warum ich ausgerechnet hier hängengeblieben bin: Zum ersten mal an diesem Fernsehtag sehe ich echte Menschen, in ihrem echten Haus, mit ihren echten Konflikten und echten Schmerzen.

Wir dürfen keine wertvolle Zeit verlieren, sagt die Oma noch, denn Mayada wird jeden Tag älter. Gleichzeitig blitzt Adele Spitzeder beim jungen Poeten ab. Es ist zu spät für dich, sagt der Schönling. Man hat den Duft der Verwesung schon in der Nase.

Wie gemein. Zumal jetzt auch noch alle ihr Geld zurückfordern, das sie in ihrem Pyramidenspiel angelegt haben. Sie hat keins mehr, sagt sie. Aber ich habe nie jemanden betrogen. Sie wird zu dreieinhab Jahren Zuchthaus verurteilt. Als sie rauskommt, gründet sie gleich wieder eine Bank. Sie ist sich keinerlei Schuld bewusst. Noch so eine, die zu schön, zu selbstbewusst, zu erfolgreich war für ihre Neider.

Wann hat man genug ferngesehen? Als in der allerbesten Sendezeit (21.45, ORF 2) Autofocus läuft, eine Art Werbefensterrahmen für Autoreklame, will ich schon fast aufgeben. Doch als dann gar nicht für Nobelkarossen geworben wird, sondern für Bergsteigerwurst, Bananen und Anti-Schuppen-Shampoo, packt mich eine Art Mitgefühl. Und der sportliche Ehrgeiz, bis Mittenacht durchzuhalten. Täuscht die Erinnerung, oder war Werbung tatsächlich früher glamouröser?

22 Uhr. Der „Castaway“ auf ORF 1 ist gerettet. Nach Monaten allein auf dem Meer geht er an einem Langustenbuffet vorbei, ohne zuzugreifen. Es rauscht in seinem Kopf und es gießt in Störmen. Zum ersten mal an diesem Tag ist das Fernsehwetter schlecht.

ORF 3, 22.30: Holla, da ist schon wieder die heilige Jungfrau von Orleans. Eine Doku mit Spielszenen. Die bösen Kardinäle erinnern mit ihren langen Mähnen an Freddy, den bösen Klaviermann aus dem Kinderfernsehen, aber jetzt erfahre ich, wer sie wirklich war. Eine Schäferin, schon in ihrem siebten Lebensjahr hütete sie die Lämmer so gut, dass kein einziges verendete. Als sie 13 ist, gelobt sie, Jungfrau zu bleiben und beginnt, Stimmen zu hören. Wie sie Paris befreite, ist sicher auch noch interessant, aber ich kann nicht mehr.

Ich beschließe den Fernsehtag, wie ich ihn begonnen habe: Mit Serienkrimis. 23.00: CSI (ORF 1) findet eine mumifizierte Leiche in einem Wandschrank. Eine alte Frau wurde dort eingesperrt und ist vertrocknet. Sie war mal Lehrerin. Wer allein lebt, stirbt auch allein. Das habe ich heute schon mehrmals gehört. Die Hexen, die Palästinenserinnen… Der Pathologe nimmt Fingerabdrücke von abgeschnittenen, verschrumpelten Fingerspitzen. Er ist ähnlich hübsch wie jener bei Frau Schnell am Vormittag. Aber ist man bei CSI technologisch nicht schon ein bisschen weiter?

Auf dem Tisch der alten Frau lag ein Schokokuchen. Vielleicht hat der Mörder abgebissen. Der Kuchen wird analysiert, vermessen und mit Tinkturen eingepinselt, aber keine Sekunde lang denkt irgendjemand in diesem Drehbuch darüber nach, wie er wohl schmeckt. Wollen wir essen gehen?, sagt der CSI-Kommissar. Aber das ist nicht wörtlich gemeint, er wollte sich bloß ein bisschen die Beine vertreten.

Wer der Mörder war, ist mir entfallen. Ich höre noch, wie im Club 2 (ORF2) eine rotgekleidete Frau einen Hustenanfall hat, obwohl man auf der Couch schon längst nicht mehr rauchen darf. Sie reden über den Weltuntergang. Nach 17 Stunden Fernsehen fühlt sich der wie ein Versprechen an. Gute Nacht.

 

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One Response to 17 Stunden ORF: Ein Selbstversuch.

  1. Hat mich sehr amuesiert. Merci!

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