Eine Werbekolumne

Es gibt gutes Englisch. Es gibt schlechtes Englisch. Es gibt „Bad English“, jene Kunstsprache, die von Menschen auf der ganzen Welt verwendet wird, um sich einander verständlich zu machen. Schlechtes Englisch ist total okay. „Bad English“ ist nicht „schlechtes Englisch“ und ebenso total okay. Nicht okay ist, wenn schlechtes Englisch eitel meint, gutes Englisch zu sein. Wenn Ex-Minister Gorbach sich bei seinem britischen Ex-Kollegen einschleimt, zum Beispielt. Oder wenn uns Produkte als USB-„Sticks“, „Slips“ und „Bobybags“ aufgedrängt werden, ohne dass wir ahnen, dass wir uns damit Äste, Zettel und Leichensäcke einhandeln. In „Spots“, die eigentlich Pickel sind.

Peinlich sind Werbemenschen, die sich Slogans ausdenken, die sie selber nicht verstehen. Peinlich sind Politiker, die beim Bankett mit ausländischen Staatsgästen den Mund nicht aufmachen, weil sie Angst haben, sich zu blamieren. „Bad English“ zu sprechen, ist hingegen gar nicht peinlich. „Bad English“ ist sehr praktisch, wenn man sich international bewegt, weil es für Nicht-Muttersprachler leichter zu verstehen ist als richtig gutes Englisch. Und so viele Gründe es für Maria Fekter gibt, sich zu schämen (denken wir an Arigona Zogaj oder an Eberau) – dass sie „Bad English“ spricht, ist keiner davon.

Den Kult um ihren Sager hat sie sich somit redlich verdient. Einen knallroten Opel Astra als Dienstauto ebenso. Und die Werbemenschen sollten sich an ihr ein Beispiel nehmen.

Sibylle Hamann

 

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