Die „Patriotischen Europäer“ demonstrieren jetzt auch in Wien. Hoffentlich fällt ihnen dabei ein passenderer Slogan ein als ihren Gesinnungsfreunden in Deutschland.

presse-kolumne

„Wir sind das Volk“ riefen im Oktober 1989 in Leipzig die Bürger und Bürgerinnen der Deutschen Demokratischen Republik. Sie standen schwer bewaffneten Sondertruppen der DDR-Volkspolizei gegenüber, Beamten mit scharfer Munition und Hundestaffeln. Der Ruf „Wir sind das Volk“ war ein Wagnis. Er richtete sich gegen ein repressives Regime, von dem zum damaligen Zeitpunkt niemand wissen konnte, wie es auf den Aufstand reagieren würde. Die Menschen wagten es trotzdem. „Wir sind das Volk!“ bedeutete: Wir wollen keine Regierung mehr, die uns bevormundet.
Nachdem der Umsturz ohne Blutvergießen geglückt und „Wir sind das Volk“ Geschichte gemacht hatte, versuchten einige Bürgerrechtler, den Slogan als Wortmarke beim Deutschen Patentamt schützen zu lassen. Nicht, um daraus Profit zu schlagen, sondern weil sie verhindern wollten, dass er kommerziell oder politisch missbraucht würde. Doch weil „keine wirtschaftliche Nutzung erfolgte“, löschte das Amt den Patentantrag 2013 wieder.
Leider. Denn der Slogan konnte sich nicht dagegen wehren, dass er in den vergangenen Jahren immer mehr von der ostdeutschen Rechten in Beschlag genommen wurde. „Wir sind das Volk“ skandieren die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ seither bei ihren Märschen durch verschiedene deutsche Städte. Doch kaum ein Slogan könnte für diese Bewegung unpassender sein.
„Wir sind das Volk“ heißt, in der Tradition der Leipziger Montagsdemonstrationen: Wir wollen mündige Bürger und Bürgerinnen sein. Wir wollen uns nicht mehr unterwerfen sondern mitreden, mitgestalten, Verantwortung dafür übernehmen, was in unserem Land passiert. „Das Volk“ bedeutete nicht „das deutsche Volk, in der Abwehr aller anderen Vöker“, sondern: Das Staatsvolk, die Gemeinschaft mündiger Bürgerinnen und Bürger, egal welcher Herkunft.
Dazu wären die Pegida-Demonstanten, von ihren Voraussetzngn her, auch durchaus in der Lage. Sie stammen, wie man aus ersten mfragen und rudementären Studien weiß. keineswegs aus dem Lumpenproleatariat oder aus dem Prekariat der detuschen Gesellschaft, sondern sind fest in deren Mitte verankert. Mehr als drei Viertel von jenen, die antwortete, sind vollzeit berufstätig, mehr als ein Drittel hat einen Universitäts- oder fachhochschulabschluss, in der Mehrzahl sind die sie nichtModernisierungsverlierer, abh´gehängte, Deklassierte. Sondern Angestellte, selbstständige.
Behaupten gehzeitig, Deutschland sei bedroht, stehe knapp am Abgrund, beklagen die MIsstände, die es angbelich übera Empören sich gleichzeitig darüber, wie viel im Argen liegt, Sehen D

 

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