Dass es zwischen Wasser und Sexualität eine Verbindung gibt, sagte schon Sigmund Freud. Hier ist noch ein zweiter Zusammenhang.

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Wasser ist etwas Schönes. Die einen haben es am liebsten in der Badewanne, die anderen in der Wellnesstherme, wieder andere mögen wilde Wellen im Meer. Wasser gehört zum Leben (mehr sogar: es ist die Grundlage des Lebens), und ist normalerweise nicht gefährlich. Man sollte allerdings etwas darüber wissen. Angst und Panik sind kontraproduktiv. Stattdessen sollte man spielerisch lernen, damit umzugehen.
Die allermeisten Eltern werden deswegen drauf schauen, dass ihre Kinder schwimmen lernen. Sie bringen es ihnen selbst bei, oder buchen einen Schwimmkurs. So normal, so vernünftig. Schließlich kann Schwimmen lebensrettend sein. Kinder rutschen auf Böschungen aus, Tretboote können kentern, es gibt Überschwemmungen. Es für Eltern beruhigend zu wissen, dass ihre Kids in solchen Situationen nicht sofort hilflos absaufen.
Einige, wenige Eltern gibt es nur, die sich dieser Logik verweigern. Weil sie selbst panische Angst vor dem Wasser haben, und diese Angst auf ihre Kinder übertragen. Oder weil bei ihnen die religiöse Ideologie stärker ist als die Vernunft. Sie finden es unschicklich, dass man sich beim Schwimmen entblößt. Sie finden die Vorstellung unerträglich, dass ihre Töchter mit anderen Kindern vergnügt im Wasser plantschen. Deswegen wehren sie sich gegen den Schwimmunterricht in der Schule. Dass jemand anderer, ohne ihre Kontrolle, ihrem Kind etwas Nützliches beibringt, empfinden sie als Eingriff in ihr elterliches Erziehungsrecht. Man müsse Wasser halt aus dem Weg gehen, meinen sie. Einfach so tun, als gebe es kein Wasser auf der Welt. Dann werde schon nichts passieren.
Gottseidank kommen diese Eltern damit in Österreich nicht weit. Schwimmen gehört aus guten Gründen zum Lehrplan. Und es wäre unverantwortlich den Kindern gegenüber, sie in dieser Frage mit ihren verblendeten Eltern alleinzulassen.
Sexualität ist etwas Schönes. Die einen mögen es so, die anderen anders, jeder findet etwas, das ihm oder ihr gefällt. Sexualität gehört zum Leben (mehr sogar: es ist die Grundlage des Lebens), und ist normalerweise nicht gefährlich. Man sollte allerdings etwas darüber wissen. Angst und Panik sind kontraproduktiv. Stattdessen sollte man spielerisch lernen, damit umzugehen.
Die allermeisten Eltern werden deswegen auch drauf schauen, dass ihre Kinder über Sexualität Bescheid wissen. Sie reden selbst mit ihnen, oder lassen sich von Büchern oder Experten helfen. So normal, so vernünftig. Schließlich kann es in manchen Situationen wichtig sein: Dass Kinder ihrem Gespür vertrauen. Dass sie ihren eigenen Körper kennen. Sie müssen lernen, „nein“ zu sagen. Und einordnen können, was ihnen begegnet: Anzüglichkeiten beim Chatten, sexistische Werbung, Grenzüberschreitungen, Sexting.
Einige Eltern gibt es, die sich dieser Logik verweigern. Weil sie selbst Angst vor Sexualität haben, und diese Angst auf ihre Kinder übertragen. Oder weil bei ihnen die religiöse Ideologie stärker ist als die Vernunft. Die Vorstellung, dass ihr Kind ein sexuelles Wesen sein könnte, ist ihnen unerträglich. Deswegen wehren sich gegen Sexualkunde in der Schule. Dass jemand anderer ihrem Kind etwas Nützliches beibringt, empfinden sie als Verletzung ihrer religiösen Gefühle und als Eingriff in ihr elterliches Erziehungsrecht. Man müsse Sex einfach aus dem Weg gehen, meinen sie. Einfach so tun, als gebe es das alles nicht. Solange man über Verhütung nicht rede, werde schon nichts passieren.
Die radikalkatholischen Gruppen, die derzeit gegen den (ohnehin kaum vorhandenen) Sexualkundeunterricht an Schulen hetzen, sind in Österreich mächtiger als jene wenigen, die den Schwimmunterricht verweigern. Hoffentlich kommen auch sie damit nicht durch. Sexualität gehört nämlich zum Leben, genauso wie Sexualkunde zum Lehrplan gehört. Und es wäre unverantwortlich den Kindern gegenüber, sie in dieser Frage mit ihren verblendeten Eltern alleinzulassen.

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2 Responses to Manche Kinder darf man mit ihren Fundi-Eltern nicht allein lassen

  1. Florian Modler sagt:

    Sehr geehrte Frau Hamann,

    das Thema Sexualität ist aber schon ein bisserl sensibler als ein Schwimmkurs, oder? Und wie, bitte, kommen Sie auf die Idee, dass Eltern, die die Sexualerziehung lieber selbst übernehmen, Fundis seien, mit denen man die Kinder nicht alleine lassen dürfe? Ich bin nun wirklich kein „Radikalkatholik“. Dennoch finde ich es traurig, dass die Presse inzwischen offenbar jeden Unsinn veröffentlicht.

    Florian Modler

  2. Ruth Kistenich sagt:

    Sehr geehrte Frau Hamann!

    Ich möchte mit diesen Zeilen meinen Unmut über Ihren Text kundtun! „Griff ins Klo“ fällt mir dazu ein, das wäre aber nicht besonders höflich und vielleicht auch nicht politisch korrekt, also stocke ich bei der Phrase. Naja, politisch korrekt waren Sie ja auch nicht mit radikalkatholisch (ich bin übrigens freikirchlich) und die Überschrift …

    Dann sagen wir, Ihr Text ist oberflächlich. Ein Vergleich ist der Inhalt und Vergleich hinken oft und manchmal sind sie schlichwegs falsch. Kein einziges Thema des Gesetztesentwurf wurde behandelt, dafür ihr Bild von Fundi-Eltern, die keine Freude an Sex haben, recht deutlich aufgemalen. Alle Eltern, die die Entwicklung kritisch beobachten, wurden an den Pranger gestellt und lächerlich gemacht. Der Text ist hetzend, nicht vernetzend. Er schafft Feindbilder, statt die Seiten zusammenzubringen. Und in der inhaltlichen Diskussion kommt man durch solche Beiträge keinen Schritt weiter.

    Ich weiß, die Presse ist frei. Sie ist frei, das zu publizieren, was sie will. Und Sie sind frei zu schreiben, zu provozieren und zu verletzen. Wofür?

    Und was ist mit der Liebe? Sowohl beim Formulieren als auch beim Thema?

    Mit freundlichen Grüßen
    Ruth Kistenich

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