Der gefallene Vizekanzler hat es geschafft, aus einem politischen Total-Fail eine Heldenlegende zu machen. Eine tolle Leistung, die man anerkennen muss.

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Der Hazeh, das ist einer von uns. Nicht gescheiter, nicht dümmer; nicht besser und nicht schlechter als wir. Was dem Deppertes passiert ist, könnte auch uns jederzeit passieren. Besoffen waren wir schließlich alle schon einmal. Und mit seltsamen Leuten unterwegs, wo man sich nachher fragt: Wie bin ich eigentlich an die geraten? Kennt man ja alles. Was für einen Blödsinn wir schon geredet haben, mit einer feschen Frau in einem kurzen Rockerl, die schöne Augen macht. Frage nicht! Da hätte sich doch ein jeder aufgespielt wie der Master of the Universe. Und halt gehofft, das nachher nichts rauskommt.

Genau das haben die anderen gewusst: Dass der Hazeh ein Mensch ist, mit menschlichen Schwächen. Und genau das haben sie ausgenützt und ihn gelegt. Wie unfair das ist! Aber exakt so sind sie: Die Medien. Die Eliten. Das System. Da kann man schon einen Zorn kriegen. Vor allem auf diese Klugscheißer, die sich was drauf einbilden, dass sie sich jederzeit im Griff haben. Diese aalglatten Typen, an denen immer alles abrinnt. Die so tun, als seien sie supersauber. Aber innerlich sind die noch viel verkommener als der Hazeh. Man kommt ihnen nur nicht drauf. Die lassen sich nicht so leicht erwischen. Die können sich besser verstellen. Die sind viel raffinierter als wir. Da ist mir ein ehrlicher Mann mit ehrlichen Gaunergedanken lieber als die ganzen verlogenen Moralisten auf ihrem hohen Ross. 

Ganz ehrlich: Ich versteh den Hazeh! Ich würd ja auch alles nehmen, was ich kriegen kann, wenn ich einmal an der Macht wäre! Und ich würd ebenfalls ein Gesetz erlassen wollen, das den Medien im Land vorschreibt, dass sie nur berichten dürfen, wie super ich bin. Wofür sonst hat man denn die Macht, wenn nicht dafür? Es muss sich doch auszahlen! Man rafft mit beiden Händen zusammen, so viel man kriegen kann, wie beim Moneymaker, weil bald ist es wahrscheinlich wieder vorbei, dann ist es zu spät. So war das immer schon in der Politik, und wird immer so sein, es sind ja alle Politiker gleich. Und weils eh alle machen, ist es am Ende besser, einer von uns macht das, als einer von den anderen.

Man darf ja auch nicht vergessen, dass sich der Hazeh mit den Allermächtigsten der Mächtigen angelegt hat. Mit der Elite. Der Bub aus Erdberg, einer von uns, gegen das globale Netzwerk aus Linken, Kapitalisten, Juden, Islamisten und Gutmenschen. Logisch, dass man in Gefahr ist, wenn man die alle zum Feind hat! Wenn sich denen ein ehrlicher Kerl in den Weg stellt, dann gibts Attentate, Sprengfallen, Hinterhalte, Drogen, mysteriöse Autounfälle. Immerhin haben dieselben Leute auch schon den Jörg Haider auf dem Gewissen. Man sagt uns ja nicht die ganze Wahrheit. Aber wir wissen Bescheid. Wir ahnen, wer dahintersteckt, aber wir können es nicht laut sagen. Man wird ihnen ihnen nämlich nie etwas nachweisen können, weil sie so gut vernetzt sind bis ganz hinauf in die Justiz.

Außerdem: Hazeh hat sich ja eh bei seiner Frau entschuldigt, und ist sofort abgetreten! Wer bitte macht sowas heutzutage überhaupt, außer einem innerlich wirklich edlen Menschen? Er hat die Regierung retten wollen. Man kann sagen: Er hat sich dafür geopfert, dass die FPÖ an der Macht bleiben darf. Und wie wird’s ihm gedankt? Indem sie alle auf ihm herumhacken, sogar die eigenen Parteifreunde. Die ehemaligen Parteifreunde. Verrat ist das! „Wenn alle untreu werden…“ – von wem ist schnell noch einmal das Lied? Wahrscheinlich packen die Linkslinken gleich wieder die Nazi-Keule aus! Aber es stimmt doch: Erst wenn man am Boden liegt, gedemütigt und bloßgestellt, merkt man, wer die wahren Freunde sind. Da wünscht man sich, dass jemand da ist, der einem aufhilft.

Deswegen stehen wir jetzt zusammen. Wir lassen uns nicht in die Irre führen. Wir wehren alle Lügen ab. Sein tiefer Fall hat unseren Hazeh erst richtig groß gemacht. Sag wohin, wir folgen dir!

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